Kann man Websites ohne Code erstellen?

Der Markt für Tools zur Erstellung von Websites wächst ständig. Toolanbieter werben dabei immer aggressiver mit der Botschaft, Nutzer könnten bei Ihnen Websites ohne Programmierkenntnisse erstellen. Aber stimmt diese Behauptung?

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Grundlagen der Webentwicklung

In der Webentwicklung wird grundsätzlich zwischen Frontend und Backend unterschieden. Das Frontend stellt den für Nutzer sichtbaren Teil einer Website dar, also die Elemente sowie deren Layout und Verhalten in Bezug auf Interaktionen. Das Backend stellt die Logik im Hintergrund dar, es kümmert sich beispielsweise um die Verarbeitung von Kontaktanfragen, nachdem ein Nutzer eine solche über das Kontaktformular abgesendet hat.

Klassischerweise kümmern wir uns bei moderner Webentwicklung verstärkt um das Frontend, da die serverseitige Logik mittels standardisierter Software und Codebausteinen, die im Zweifel nur geringfügig geändert werden müssen, schnell abgearbeitet ist.

Im Frontend nutzen wir HTML (Hypertext Markup Language) als Auszeichnungssprache für Inhalte, wir geben also an, ob es sich bei einem Element beispielsweise um eine Tabelle, einen Textabschnitt oder ein Bild handelt. Mittels CSS (Cascading Style Sheets) können wir das Erscheinungsbild der Elemente verändern, es geht dabei also um Design. Sollen sich Inhalte oder Design abhängig vom Verhalten des Benutzers ändern, ist JavaScript notwendig.

Erleichterungen durch Drag&Drop-Tools

Immer mehr Anbieter aus dem Bereich der Baukastensysteme wollen es dem Nutzer ermöglichen, Websites über Drag&Drop von Elementen zu erstellen. Der Anwender zieht dabei etwa eine Tabelle an die gewünschte Stelle und die Software fügt im Hintergrund den notwendigen Programmcode hinzu. Es besteht oft keine Möglichkeit mehr für den Nutzer, eigenes HTML, CSS und JavaScript hinzuzufügen.

Das dazugehörige Versprechen: Die Websites können mit Eigenentwicklungen mithalten und in einem Bruchteil der Zeit erstellt werden. Aber kann das sein? Wir vergleichen beide Varianten im Hinblick auf gängige Anforderungen von Webanwendungen.

Anforderungen an Websites

Die zugrundeliegenden Kriterien ergeben sich überwiegend aus den Anforderungen, die Kunden in Websiteprojekten an uns stellen. Wir haben diese zusätzlich um eigene Requirements ergänzt, welche häufig vergessen werden, aber für den Erfolg von Webprojekten unumgänglich sind.

Performance von Websites

Unter Performance verstehen wir die Geschwindigkeit einer Website. Wenn wir diese  in Kundenprojekten optimieren, nutzen wir intern verschiedene Metriken, welche uns eine detaillierte Optimierung ermöglichen. Der Einfachheit halber kann man Geschwindigkeit aber unter der Zeitspanne verstehen, die zwischen der Eingabe der URL im Browser des Nutzers und dem vollständigen Laden samt „Nutzbarkeit“ der Website verstreicht.

Warum diese Zeitspanne möglichst gering sein sollte? Ganz einfach: Zum Einen ist sie ein wichtiger Qualitätsindikator für Suchmaschinen wie Google und damit für ein gutes Ranking auf Suchergebnisseiten äußerst wichtig. Außerdem zeigen Studien, dass längere Ladezeiten die Verkäufe mitunter drastisch verringern können.

Um die Geschwindigkeiten von Webseiten zu optimieren, kann man verschiedene Techniken anwenden. Neben vernünftiger, nachhaltiger Programmierung kann beispielsweise auf sog. Caching zurückgegriffen werden. Viele Tools am Markt versagen hier nahezu komplett. Der Programmcode, der auf Basis von Drag&Drop entsteht, ist oft selbst bei einfachsten Elementen komplett überladen und verlangsamt eine Website massiv. Auch fortgeschrittenere Techniken wie Caching, das Kombinieren und Minimieren von Programmcode oder DNS-Prefetching wird von den meisten Toolanbietern entweder gar nicht toleriert oder automatisiert in abgespeckter Form vorgenommen, damit der Baukasten für alle Anwendungsfälle nutzbar bleibt. Eine individuelle, auf den „Purpose“ der Website zugeschnittene Optimierung lässt sich meist nur mit sehr viel Arbeitsaufwand oder überhaupt nicht realisieren. Bei einigen Baukästen werden darüber hinaus selbst einfache Techniken wie die Bildkomprimierung sabotiert, indem Bildmodifikationen automatisch vorgenommen werden und die Dateigröße erhöhen.

Responsive Websites aus Baukästen

Unter Responsive Webdesign versteht man die Entwicklung von Webseiten, die sich automatisch an das verwendete Endgerät anpassen und auf allen Bildschirmen einheitlich und vernünftig aussehen.

Toolanbieter werben meist damit, dass die auf ihrer Plattform erstellten Präsenzen automatisch responsive sind. Wir erleben in der Praxis jedoch häufig, dass diese mitunter einige Probleme bei der Darstellung auf verschiedenen Endgeräten haben.

Die Herausforderung bei der Erstellung responsiver Websites besteht nämlich darin, CSS-Anweisungen zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Obwohl viele Tools die Möglichkeit bieten, Änderungen am CSS der Website vorzunehmen, ersetzt dies nicht die dafür notwendige Erfahrung. „Das erste Haus baust Du für Deinen Feind, das zweite für Deinen Freund und das dritte für Dich selbst“.

Der Usability & Conversion-Faktor

Im Laufe der Zeit ist das Internet für viele Unternehmen zu einem überlebensrelevanten Vertriebskanal geworden. Es ist dabei meist unerheblich, ob man einen Online-Shop betreibt, oder lediglich online auf das eigene Unternehmen aufmerksam machen will. Man will gefunden werden und Nutzer überzeugen, zu Kunden zu werden. Immer wenn Nutzer eine Handlung abschließen, die für das Unternehmen relevant ist (beispielsweise im Online-Shop einkaufen oder ein Kontaktformular ausfüllen), spricht man von einer Conversion. Die sog. Conversion Rate beschreibt also logischerweise, wie viele Nutzer eine wichtige Handlung auf der Website durchführen. Dies kann von vielen Faktoren abhängen, beispielsweise von den Verkaufsversprechen, die auf der Website gemacht werden oder von der Anordnung des Layouts.

Wichtig dafür ist auch die Nutzerfreundlichkeit, welche man häufig als Usability bezeichnet. Eine Website sollte so gestaltet werden, dass Nutzer die Navigation verstehen und alle Funktionen leicht bedienen können.

Als E-Commerce Agentur haben wir Erfahrung darin, wie man Nutzer überzeugt. Wer seine Website in Eigenregie erstellt, müsste sehr viel Zeit in ein Selbststudium von Konsumpsychologie, Web Usability und methodischem Vorgehen investieren. Als Unternehmer sollte man sich jedoch auf das Kerngeschäft konzentrieren. Wer nicht die finanziellen Mittel hat, um eine interne Onlineabteilung aufzubauen, ist deshalb mit einer Agenturzusammenarbeit deutlich besser beraten.

Suchmaschinenoptimierung mit Baukastensystemen

Unter Suchmaschinenoptimierung versteht man Änderungen an Webseiten, um diese auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen, insbesondere Google, besser zu positionieren oder die Klickrate von Nutzern auf diese sog. Snippets zu erhöhen.

Unter Suchmaschinenoptimierung versteht man in der Regel einen Maßnahmenkatalog, der mitunter kontinuierlich durchgeführt werden sollte. Websites, die mit Baukastensystemen erstellt wurden, weisen oft einen Mangel an vernünftiger Optimierung auf. Zusätzlich zu den bereits weiter oben angesprochenen Kriterien ist es oft nichtmals möglich, den Titel und die Beschreibung der Snippets in den Suchmaschinen frei zu editieren. Wer Suchmaschinen als relevante Quelle für Besuche auf der Website sieht, sollte sich hierbei jedoch ein größtmögliches Maß an Freiheit sichern, welches mit der Möglichkeit, eigenen Code zu schreiben, deutlich steigt.

Wartungsaufwand

Anforderungen in puncto Aussehen und Funktionalitäten ändern sich bei Websites relativ schnell. Aus diesem Grund sollte der Aufwand, der bei Überarbeitungen entsteht, im Vorfeld beachtet werden.

Wer eine Website mittels Baukastensystem erstellt, hat meist keine Möglichkeit, die Änderungen an Layout und Funktionalität zu dokumentieren. Soll man also nach einigen Monaten (oder Jahren) Änderungen vornehmen, entsteht mitunter ein frustrierender Mehraufwand im Vergleich zu Websites, die mittels WordPress oder sogar Eigenprogrammierung erstellt wurden.

Datenschutz

Nicht wenige Betreiber von Websites hatten in der Vergangenheit bereits mit Abmahnungen zu kämpfen. Besonders die DSGVO hat viel Spielraum für Anwälte von Abmahnkanzleien und -vereinen eingeräumt.

Es ist deshalb besonders wichtig, bei der Erstellung von Websites auf die jeweiligen Besonderheiten, allen voran beim Thema Webtracking, zu achten und über die technischen Freiheiten für die korrekte Implementierung zu verfügen.

Wir hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach Probleme mit Websites, die bei Toolanbietern wie WIX erstellt wurden. Die vorhandenen Plugins, beispielsweise für Cookie Banner, sind unserer Auffassung nach nämlich nicht datenschutzkonform und eine eigene Implementierung lässt sich aufgrund der beschränkten Möglichkeiten zum Einfügen von eigenem Programmcode nur sehr schwer bewerkstelligen.

Fazit: Websites ohne Programmierer erstellen

Wer eine Website lediglich als „nice to have“ betrachtet und nicht den Anspruch hat, Mehrwert für sein Unternehmen zu schaffen, wird mit Websites aus Baukastensystemen eventuell glücklich.

Für die meisten Unternehmen der freien Wirtschaft ist eine vernünftige Digitalstrategie, zu der auch die Präsenz im Internet gehört, jedoch unerlässlich. Dabei führt in der Regel kein Weg an einem professionellen Webauftritt mit vernünftiger Planung und Programmierung vorbei.

Wir von Altmann Digital erstellen Websites, die modernen Anforderungen standhalten und sind auch nach unserem Projekt jederzeit für Sie erreichbar!

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